Der Cuba Club in der Achtermannstraße, wenige Schritte entfernt vom Hauptbahnhof, ist eine der wichtigsten Adressen im Münsteraner Nachtleben. Es ist so eine dieser Locations, über die man sagen kann, dass wer in Münster studiert hat, aber nicht mindestens ein Mal im Cuba war, nicht in Münster studiert hat. Auch das Cuba war natürlich während der Corona-Krise von den Clubschließungen betroffen. Der Lockdown traf die Münsteraner Gastro-Szene hart.
Im Sommer 2021 gehörte das Cuba dann jedoch zu den ersten Clubs, die bundesweit überhaupt erst wieder öffneten. Wurden die allerersten Veranstaltungen noch unter der 3G-Regelung und mit reduzierter Kapazität durchgeführt, stellte man in Zusammenarbeit mit der Stadt Münster ab Ende August 2021 zur Kapazitätssteigerung auf 2G um. In einem Instagram-Post vom 20. August 2021 macht das Cuba-Team keinen Hehl aus seiner Gesinnung: Corona ist vorbei und „Ungeimpfte“ sind fortan unerwünscht – der Club ignorierte damit eine der schmerzhaftesten Lehren aus der deutschen Geschichte, das Diskriminierungsverbot gegenüber wie auch immer gearteten Gruppen.

Vom 2G-Vorreiter zum Superspreader
Die Münstersche Impfherrlichkeit hielt keinen Monat an. Anfang September, also nur wenige Tage, nach denen der Betrieb unter Einhaltung der 2G-Regelungen wieder angelaufen ist, geschieht der Super-GAU:
Auf der „Let it Pop“-Party vom 3. auf den 4. September 2021, kommt es zu einer mutmaßlichen Superspreader-Masseninfektion. Am 9. September 2021 geht die Stadt Münster mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit: Zu diesem Zeitpunkt hatte bereits bei 26 nachverfolgten Partygästen der PCR-Test positiv angeschlagen. Der Krisentabsleiter, Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer, bemüht sich um Beschwichtigung. In der Pressemitteilung heißt es:
„Die Impfung schützt vor einer schweren Erkrankung, eine Ansteckung und weitere Übertragungen sind hingegen nicht auszuschließen“, so Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer. „Die vorliegende Ansteckungsserie bestätigt noch einmal die enorme Bedeutung der Schutzimpfung, andererseits wird auch hier deutlich, dass man nicht sorglos insbesondere bei engen Kontakten in geschlossenen Räumen sein sollte.“
Es blieb nicht bei den 26 Testpositiven. Bereits einen Tag später musste die Stadt Münster die Zahl der betroffenen Partygäste von 26 auf 44 hochkorrigieren – die damalige Pressemitteilung lobte ausdrücklich das Hygienekonzept als vorbildlich. Nach und nach sprangen die Medien auf den Vorfall an:
- Bereits am 9. September 2021 interviewte der WDR Ordnungsdezernenten Heuer (abrufbar über Archive.org)
- Lokale Medien wie Westfälische Nachrichten, Alles Münster und hallo24 berichteten umfassend über das Geschehen
- Der Berliner Tagesspiegel zitiert eine dpa-Meldung, t-online und selbst das Schweizerische Nachrichtenportal 20 Minuten berichteten über den Fall
Lachsfisch-Kalle twittert über das Cuba
Selbst der unvermeidliche Gottvater und Overlord der Virenpanik, Kalle „Boxwein-Lachsfisch“ Lauterbach, äußerte sich zum Cuba-Vorfall und nutzte ihn kurz vor der bevorstehenden Bundestagswahl zur Verbreitung seiner üblichen Fehleinschätzungen:
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„[…] Spricht das gegen 2G? Nein, klar dafür. Ohne 2G wären viel mehr Partybesucher schwer erkrankt. […]“
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Am Ende schlug bei 85 von insgesamt 380 Gästen der verhängnisvollen „Let it Pop“-Party im Cuba der PCR-Test positiv an – immerhin jeder fünfte der Nachtschwärmer. Doch niemand der Verantwortlichen und der von den Leitmedien befragten „Experten“ stellte die Frage, ob die 2G-Regelungen sich nach diesem Vorfall überhaupt noch rechtfertigen ließen. Nur der Greifswalder Krankenhaushygieniker Günter Kampf meldete den Vorfall in einem Leserbrief an Lancet und darf sich seither mit dem Prädikat „umstritten“ herumschlagen.
Lange Freude hatten die Clubs wie das Cuba an ihrer Mittäterschaft bei der schlimmsten Diskriminierungsorgie in Deutschland nach 1945 übrigens nicht:
Noch vor Weihnachten, ab Ende November 2021, wurden nach und nach in allen deutschen Bundesländern die Clubs geschlossen und Tanzveranstaltungen faktisch untersagt. Restaurants und Kneipen blieben unter Aufrechterhaltung der apartheidsartigen, jetzt offen als Willkür erkennbaren 2G-Regelungen, hingegen geöffnet.
Der Vorfall im Cuba war vorhersehbar…
Die mutmaßliche Masseninfektion im Cuba kam nicht aus heiterem Himmel. Über Frühjahr und Sommer 2021 gab es bereits mehrere Ereignisse, aus denen man ableiten konnte, dass die mRNA-Injektion nicht das halten können würde, was politmedialer Komplex und Allgemeinheit sich davon versprachen. In der ersten Jahreshälfte kam es in mehreren Altenheimen und Pflegeeinrichtungen zu mutmaßlichen Impfdurchbrüchen. Beispielhaft genannt seien hier ein Fall aus dem fränkischen Zirndorf aus dem April mit 24 PCR-positiven Senioren, die doppelt mit Biontech geimpft waren und einem RKI-bekannten Ausbruch in einem Pflegeheim in der Oberpfalz.
Inselstaaten wie Island und die Seychellen oder die britische Exklave Gibraltar hingegen konnten auf Grund ihrer verhältnismäßig kleinen Bevölkerung sehr schnell „durchimpfen“ und kämpften dennoch bald darauf mit massiven Anstiegen der Fallzahlen. Island und Gibraltar liegen dabei wohlgemerkt auf der Nordhalbkugel. Die Infektionen kamen antizyklisch weit außerhalb der üblichen Erkältungswellen.
Die großen Leitmedien, „Experten“ und Politik ignorierten alle Warnzeichen und versuchten, mit statistisch angreifbaren Scheinargumenten das offensichtliche Scheitern der Impfstoffe in einen Erfolg umzudeuten – aber das ist ein Fall für einen anderen Artikel.
…und blieb kein Einzelfall
Das Cuba blieb mit seinem 2G-Fiasko zudem nicht allein: Ende Oktober 2021 traf es das berühmte Berliner Berghain. Und im November schlug das Karma in der Hamburger Bar Laundrette gnadenlos zu:

Pikant: Die Bar war in Hamburg eine der ersten, die seinerzeit sogar vorauseilend das sog. „Hamburger Optionsmodell“ umsetzten. Ein Bild des Inhabers Stephan Fehrenbach wurde zum Meme. Der Mann stellte sich hochüberzeugt von der faschistoiden Ausgrenzungsmaßnahme Mitte August 2021 ausgerechnet in einem „No Human is Illegal“-Fanshirt der Braunhemden vom Millerntor vor die Kamera der Mopo – und erntete daraufhin wohl nicht ganz unverdient einen veritablen Shitstorm bis hin zu Morddrohungen. Bis heute lassen sich keine Hinweise finden, dass er irgendwann mal reflektiert hätte, ob sein eigenes Handeln nicht irgendwie zu dieser haarsträubenden Eskalation beigetragen haben könnte – stattdessen jammerte er, dass der Staat die Entscheidung den Wirten überlassen habe.
[Tweet mit der Titelseite der Hamburger Morgenpost vom 16.08.2021: „Zutritt nur für Geimpfte – Erster Hamburger Wirt will Ungeimpfte aussperren“]
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Die Panik nach dem Cuba-GAU
Nach dem Sommer des Scheiterns und der verhängnisvollen Nacht im Cuba gab es eigentlich nur drei Möglichkeiten zu reagieren: Einsicht, Ignoranz oder Panik. Den Weg der Einsicht, nämlich zu erkennen, dass die 2G-Regelungen nicht mehr legitimiert werden konnten und deswegen schnellstmöglich aufzuheben seien, beschritt die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Den Pfad der Ignoranz wählte ausgerechnet das Bundesverfassungsgericht, das in einem Akt an Rechtsbeugung grenzender Realitätsverweigerung noch in seinem Beschluss vom 27. April 2022 die Fremdschutzlüge – wenn auch in leicht abgeschwächter Form – zur Legitimation der sog. „Einrichtungsbezogenen Impfpflicht“ heranzog:
„Zwar ist nach wie vor fachwissenschaftlich nicht gesichert, in welchem Maße die Schutzwirkung der Impfung mit der Zeit und abhängig von weiteren Faktoren konkret abnimmt. Auch bestehen keine gesicherten Erkenntnisse zur genauen Höhe des reduzierten Transmissionsrisikos. Die bisherigen Annahmen des Gesetzgebers wurden aber auch nicht grundlegend erschüttert, so dass sein insoweit bestehender Einschätzungs- und Prognosespielraum fortbesteht […]“
BVerfG, 1 BvR 2649/21 v. 27.04.2022 Rn. 239, Hervorhebung durch Autor.
Der dritte Weg war der Weg, den der größte Teil des Kollektivs wählte: Panik. Panik aus hysterischer Angst vor einem Killervirus, das in vielen Nachbarländern bereits seinen Schrecken verloren hatte. Die Paniker verstiegen sich zunehmend auch in einer Moral-Panik und erkoren die „Ungeimpften“ als Sündenbock für die krachend gescheiterte Impfnötigung aus. Und jetzt war ihnen durch die Realität die wichtigste Rechtfertigungsgrundlage für ihr liebstes Diskriminierungs- und Erpressungswerkzeug genommen worden. Sie brauchten also eine Ersatzhypothese – und erfanden die „Pandemie der Ungeimpften“, die Brunnenvergifter-Erzählung der Corona-Jahre, das Märchen von den Wissenschaftsfeinden, die aus purer Selbstsucht das Elixier des Lebens verweigerten und als Folge mit ihren schwersten Corona-Verläufen den Vernünftigen die medizinische Versorgung blockierten. Man musste in der verqueren, ethisch bankrotten Logik der Impfkollektivisten also die Ungläubigen durch Druck und faktischen Impfzwang durch die Hintertür für das Wohl des Kollektivs vor sich selbst schützen.
War der Weg ins Cuba gefährlicher, als der Aufenthalt dort?
Dieses Eigenschutz-Argument hatte schon wenige Wochen nach Beginn der Corona-Hysterie jegliche empirische Grundlage verloren. Bereits im Laufe des Jahres 2020 war klar geworden, dass jüngere, gesunde Altersgruppen ein extrem niedriges Risiko durch die Corona-Infektionen trugen. Selbst dann, wenn man die offiziellen Fall- und Todeszahlen des RKI vollkommen unkritisch als Basis nimmt, kommt man zu einem eindrücklichen Vergleich:
Im „Pandemie“-Jahr 2020 gab es in der Altersgruppe unter 35 Jahren genau 783 Verkehrstote. Im nicht ganz deckungsgleichen ersten vollständigen „Pandemie“-12-Monats-Zyklus starben in dieser Altersgruppe aber offiziell lediglich 117 Menschen unter 35 „an oder mit“ Corona – über ein Jahr betrachtet war das Risiko in dieser Altersgruppe bei einem Verkehrsunfall umzukommen also fast sieben Mal höher, als in Zusammenhang mit einer Coronainfektion zu sterben.
Das blieb in der Tendenz über die kompletten drei Corona-Jahre so. Überraschend ist allerdings, dass ausgerechnet das Impf- und Maßnahmenjahr 2021 das Jahr mit den meisten Coronatoten in der u35-Altersgruppe ist – und nicht das Bergamo-Jahr, in dem die „Pandemie“ dem Mainstream-Narrativ nach auf eine völlig ungeschützte Bevölkerung traf. Erst 2023, nachdem das Testregime nach und nach zurückgefahren wurde, gingen die angeblichen Corona-Todesfälle unter jungen Menschen wieder zurück.
Im damaligen Publikum des Cuba dürften sich allenfalls vereinzelt Personen befunden haben, die das dreißigste Lebensjahr schon erreicht hatten. Und selbst bei denen dürfte es sich um Menschen gehandelt haben, die sich bester Gesundheit erfreuten. Viel weniger Risikogruppe, als in einem studentisch geprägten Nachtclub geht eigentlich nicht. Etwas zynisch überspitzt kann man also sagen, dass über das Jahr gerechnet der regelmäßige Weg mit der Leeze in den Club und dann in den frühen Morgenstunden vermutlich ordentlich angeschickert zurück für diese jungen Leute ähnlich gefährlich war, wie sich mit einem Virus anzustecken, das in Anbetracht der eindeutigen Zahlen eher eine geriatrische Herausforderung darstellte. Nach der verqueren Logik der 2G-Impfrassisten hätte man zur Vermeidung überfüllter Intensivstationen durch nächtliche Disco-Unfälle in den 1990ern alle Großraumdiscos in der Provinz direkt schließen müssen.
Alles nach dem Cuba-Vorfall war Apartheid!
Damit ist klar: 2G war auch schon mit dem Wissen aus dem Sommer 2021 völlig unhaltbar. Auch vor dem Vorfall im Cuba gab es schon genügend Indizien, dass die „Impfung” nicht das halten konnte, was die unkritische Allgemeinheit sich davon versprochen hatte. Die entsprechenden Ereignisse und Durchbruchfälle blieben jedoch oft in den Lokalmedien hängen, schafften es nicht in die Deutsche Medienlandschaft und wurden nur über die üblichen Kanäle der Kritiker verbreitet.
Mit dem Vorfall im Cuba änderte sich das. Der Fall erregte ein derartiges mediales Interesse, dass jeder ihn wahrnehmen konnte – und an entsprechend verantwortlicher Position auch wahrnehmen musste. Jedes weitere Festhalten an einer Befürwortung der 2G-Maßnahmen ist diesen Menschen daher persönlich anzulasten und nicht entschuldbar. Wer nach dem Vorfall im Cuba weiter die Einführung oder Aufrechterhaltung von 2G forderte, redete einer regelrechten Apartheid auf Basis des Impfstatus das Wort. Wer gar eine wie auch immer geartete Impfpflicht forderte, verstieg sich gegen das Recht auf körperliche Selbstbestimmung.
Anfang April 2022 kam es zum Showdown im Deutschen Bundestag. SPD und Grüne stimmten nahezu einstimmig für eine allgemeine Impfpflicht ab 18 Jahren und müssen sich jetzt mit dem begründeten Vorwurf abfinden, als treibende Parteien der Impf-Apartheid nicht mehr auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu operieren.
Was bereits allgemein gilt, muss umso schwerer für denjenigen Teil der Politprominenz oder lokaler Verantwortungsträger gelten, die in der Stadt des Cuba-Vorfalls leben, bzw. lange genug dort gelebt haben, sodass Kontakte in die Stadt hochwahrscheinlich sind.
Diese (Ex-)Münsteraner hetzten unbeirrt weiter
Die Medienberichterstattung über den Vorfall im Cuba erreichte ein derartiges Ausmaß, dass eigentlich undenkbar ist, dass er jemandem, der einen Bezug zur Stadt hat, entgangen sein könnte. Das liegt auch an der prominenten Location, die hier betroffen war. Münster hat zwar ein für eine 300.000-Einwohner-Stadt bemerkenswertes Nachtleben, aber die Stadt ist keine riesige Metropole wie Berlin, Hamburg oder Köln. Das Cuba ist dabei einer der bekanntesten Clubs der Stadt, in seiner lokalen Prominenz etwa vergleichbar mit der Großen Freiheit 36 in Hamburg, oder dem Berghain in Berlin. Er ist fest verankert in der studentischen Szene, aber kein „rauhes Pflaster“ wie die Electro- und Metal-Clubs am Hawerkamp oder der Punk- und HipHop-affine Skaters Palace.
Das Cuba ist einer der Läden, in dem sich auch Studenten der etwas elitäreren Studiengänge noch wohlfühlen, aber den die alternative Szene nicht meidet. Untergebracht ist er im Untergeschoss eines linksbürgerlichen, gleichnamigen Kulturzentrums. Nach einigen Betreiberwechseln wurde er ab 2005 innerhalb weniger Monate zu einer der wichtigsten Anlaufstellen für studentische Nachtschwärmer. Jeder, der ein paar Semester an einer der Münsteraner Hochschulen verbracht hat – egal, ob als Student oder Dozent – kennt den Club zumindest vom Hörensagen. Als Student ein Studium in Münster abzuschließen, ohne den Laden zumindest ein Mal von innen gesehen zu haben, scheint fast so ausgeschlossen, wie die Körbe an der Lambertikirche nicht zu bemerken.
Und das hat Folgen:
Es gibt zahlreiche Menschen, die in Münster studiert haben oder dort immer noch leben, die prominente oder einflussreiche Verfechter der Corona-Maßnahmen gewesen sind. Obwohl diesen Leuten das Scheitern der 2G-Regelungen im Cuba nicht entgangen sein kann, hielten sie unbeirrbar an Ausgrenzungsfantasien, Entmenschlichungen oder auch an der Forderung nach Impfpflichten fest. Sie lassen sich grob in vier Gruppen aufteilen:
1. Der Cuba-Cluster
Dass der Club in Münster so bekannt ist, liegt nicht nur in seinem Programm, sondern an seiner Geschichte und der Location. Das Cuba residiert, wie bereits erwähnt, im links-bürgerlichen „Cultur- und Begegnungszentrum Achtermannstraße“, kurz c.u.b.a. (heute offiziell ohne die Punkte). Diese Institution wurde in den 1980er Jahren ins Leben gerufen. Ein Teil der Münsteraner Politprominez begleitet das Zentrum auf wechselnden Seiten seit den Anfangstagen.
Rainer Bode: Zwar sind von Bode keine einschlägigen Äußerungen zu 2G und den Impfpflichten bekannt (sofern er sie doch getätigt haben sollte, nehme ich Informationen dazu gerne an), aber er war lange Jahre einer der treibenden Köpfe hinter dem cuba-Kulturverein und hat ihn mit aufgebaut. Bode sitzt immer noch im Bezirksvorstand der Westfälischen Grünen und ist bestens vernetzt. Heute tritt er vor allem über den Verein Debatte e.V. in Erscheinung, der politische Talks zu allen möglichen Themen, aber gerne unter Ausschluss oppositioneller Stimmen organisiert. Ruprecht Polenz, Marina Weisband und Maria Klein-Schmeinck sind als Gäste bestätigt, Polenz und Weisband auch noch nach dem Cuba-Vorfall von 2021.
Ruprecht Polenz: Der langjährige Münsteraner CDU-Bundestagsabgeordnete und Kurzzeit-Generalsekretär teilte brutal gegen „Ungeimpfte“ aus und sprach ihnen in einer wirklich widerwärtigen, menschenverachtenden Hasstirade sogar den Gleichheitsgrundsatz ab. Im November 2021 forderte er gar den Ausschluss „Ungeimpfter“ aus dem Einzelhandel. Für Hass und Hetze auf Social Media wird ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.
„Wenn man einen Verstoß gegen die Impfpflicht mit einem fühlbaren Bußgeld ahndet (250 €), gleichzeitig G2 vorschreibt für Restaurants, Einkaufen etc, dann sind Einlasskontrollen verbindlich (der Verstoß dagegen wäre auch eine Ordnungswidrigkeit). […]“
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Polenz kennt den cuba-Verein seit seiner Entstehung: Damals noch Stadtrat, hatte Polenz wegen des Namens die Bereitstellung städtischer finanzieller Mittel in der Gründungsphase in Frage gestellt, erinnerte sich Maria Klein-Schmeink in einer anlässlich des 25jährigen Bestehens des Trägervereins veröffentlichten Broschüre (S. 23).
Maria Klein-Schmeink: Eine der vielleicht größten Profiteurinnen der Corona-Hysterie zumindest in Münster ist die ehemalige gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen. Klein-Schmeink luchste in der Corona-Bundestagswahl 2021 der Union das Münsteraner Direktmandat ab. Im neuen Bundestag war sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Ihr Nachfolger für die Gesundheitspolitik wurde der ebenfalls als Corona-Hardliner berüchtigte Grünen-MdB Janosch Dahmen. Am 9. November 2021, also zwei Monate nach dem Vorfall, gab Klein-Schmeink völlig offen ihre grundrechtsfeindliche Gesinnung zu Protokoll: Es ging bei 2G um Erpressung, nicht um Gesundheit.
Sie [Maria Klein-Schmeink] erwarte zudem, dass 2G- und 3G-Regeln den einen oder anderen auch der Ungeimpften ermunterten, sich impfen zu lassen, also Zutrittsregeln nur für Geimpfte und Genesene oder zusätzliche auch Getestete.
Klein-Schmeink ist mit dem cuba eng verbunden: Sie ist eine der Mitgründerinnen des Vereins. Sie muss also von dem Vorfall im September 2021 mitbekommen haben.
2. Die Verdienstkreuzträgerinnen
Marina Weisband: Weisband war zwei Jahre lang das Gesicht der aufstrebenden, aber inzwischen in der Bedeutungslosigkeit versunkenen Piratenpartei. Damals studierte sie in Münster Psychologie, hat 2013 abgeschlossen und lebt weiterhin in Münster. Ihre Studienzeit fällt genau in die Zeit des Aufstiegs des Cuba. Gesundheitlich stark angeschlagen und nachvollziehbar hysteriesiert, teilte sie in der Corona-Zeit gerne gegen Schwurbler und Verschwörungstheoretiker aus. Ende November 2021 forderte sie dann die Impfpflicht:

Weisband war 2017, 2024 und 2025 in Talkrunden von Debatte e.V. als Gast eingeladen. Das Thema bei ihrer letzten Beteiligung lautete ausgerechnet „Kinder. Minderheit ohne Schutz. Aufwachsen in der alternden Gesellschaft.“ – um die Corona-Krise ging es dabei nur am Rande, obwohl die anwesenden Jugendrats-Mitglieder durchaus ansprachen, wie die Situation sie belastet habe. Weisband selbst ging überhaupt nicht auf das Thema ein.
Alena Buyx: Die umstrittene Ethikratsvorsitzende war während der Hysterie eine der schillerndsten Figuren unter den Corona-Hardlinern. Trotz klar widerlegbarer Falschinformationen aus ihrem Mund und daraus resultierender fachlicher Fehlgriffe, wurde ihr massive Medienpräsenz gewährt. Buyx studierte, promovierte und habilitierte an der WWU. Als das Cuba die Pforten öffnete, hatte sie ihr Studium bereits abgeschlossen, arbeitete aber weiterhin in der Stadt. Daher ist es hochwahrscheinlich, dass sie den Club zumindest vom Namen her kennt und noch immer über Kontakte in ihre alte Universitätsstadt verfügt. Zuletzt belegt ist ein Vortrag am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ am 11. Oktober 2024.
3. Die Politiker
Svenja Schulze: Die langjährige SPD-Landtagsabgeordnete und Wissenschaftsministerin von NRW war während der Corona-Jahre im Kabinett Merkel IV Umweltministerin und im Kabinett Scholz Entwicklungsministerin. Sie ist eng mit Münster verbunden und war zwischen 2007 und 2011 Vorsitzende des dortigen SPD-Unterbezirks. Schulze stimmte überzeugt für die allgemeine Impfpflicht – obwohl bereits unbestreitbar war, dass in niedrigen Alterskohorten das Risiko für eine Hospitalisierung so niedrig war, dass hieraus keine Überlastung drohte.
Die Steigerung der Impfquote führt dazu, dass weniger Personen einen schweren Krankheitsverlauf erleiden und stationär behandelt werden müssen. Durch die Einführung einer Allgemeinen Impfpflicht kann eine Überlastung des Gesundheitssystems vermieden werden [Punkt fehlt im Original]
Josefine Paul: Die 2026 zurückgetretene NRW-Familienministerin im Kabinett Wüst II forderte bereits am 1. Oktober 2021 – damals noch aus der Opposition heraus – die Einführung von 2G im Land. In einer eigenen Pressemitteilung führte sie aus:
Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, dass die Regierung Laschet sich weiterhin weigert über die Frage von 2G zu diskutieren. Diese Regelung kann eine Voraussetzung dafür sein, auf der einen Seite mehr ermöglichen zu können und auf anderen Seite für mehr Sicherheit zu sorgen. Gleichzeitig sichert sie eine langfristige Planbarkeit für Wirtschaft und Gastronomie. Klar ist, Menschen, die sich nicht impfen lassen können, dürfen bei einer 2G-Regelung nicht von Angeboten ausgeschlossen werden.
Paul hat in Münster studiert und war aktiv in der Münsteraner queeren Szene. Dass sie das cuba nicht kennt, ist faktisch ausgeschlossen. Auch der Masseninfektionsfall dürfte an ihr kaum vorbeigegangen sein. Dass jemand wie sie, die ihr gesamtes Leben im Prinzip dem Schutz von Minderheitsrechten gewidmet hat, eine derart diskriminatorische Maßnahme gefordert hat, ist eigentlich für jedes weitere politische Amt disqualifizierend.
Markus Lewe: Der ehemalige Münsteraner Oberbürgermeister (CDU) war nicht nur an der Aa federführend bei der Einführung der 2G-Apartheid auf den Weihnachtsmärkten, sondern forderte sie als damaliger Präsident des deutschen Städtetags gleich bundesweit – und wurde erhört.
Lewe, der seit 2009 Oberbürgermeister von Münster ist, appellierte nach seiner Wahl an Bund und Länder, schnell Regelungen zu treffen, um die Wucht der vierten Corona-Welle zu brechen. «Jeder Tag, an dem nicht 2G gilt, ist ein verlorener Tag.» Es müsste Tempo beim Impfen und Boostern gemacht werden, forderte Lewe. «Der Druck auf Ungeimpfte muss erhöht werden.»
Münsters Oberbürgermeister ist neuer Städtetagspräsident, ZFK, 18. November 2021.
Das Cuba kennt er bestens: Als damals amtierender Oberbürgermeister, steuerte er im Februar 2011 das Grußwort der anlässlich des 25-jährigen Bestehens erschienenen Broschüre bei.
4. Die Institutionen
Die Gerichte: Münster ist Standort dreier wichtiger Gerichte in Bezug auf die Corona-Maßnahmen. In der Piusallee liegt das Verwaltungsgericht Münster, die Erstinstanz bei verwaltungsrechtlichen Streitigkeiten in der Stadt. Die nächsthöhere Instanz, das Oberverwaltungsgericht Münster, befindet sich nur einen kleinen Stadtbummel von der Achtermannstraße entfernt. Bis 2022 befand sich im selben Gebäude zudem noch der Verfassungsgerichtshof NRW, der inwzischen herausgelöst wurde.
Das OVG Münster wies beispielsweise in einem Beschluss vom 22. Dezember 2021 die Klage eines Clubbetreibers gegen die neuerlichen Clubschließungen zurück. Zu diesem Zeitpunkt waren wohlgemerkt Restaurants und viele andere gastronomische Einrichtungen unter 2G und 2G+ geöffnet, aber die Clubs wurden wieder dichtgemacht. Das Gericht sah das als zulässig an und verwies ausdrücklich auf den Vorfall im Cuba. Zweifel an der grundsätzlichen Geeignetheit oder Erforderlichkeit der 2G-Regelungen hegten die erlauchten Robenständer vom Aegidiikirchplatz augenscheinlich nicht, obwohl die Indizien dafür hinlänglich bekannt waren.
Der Niedersächsische Verfassungsschutz: Die Schlapphüte aus Hannover sind inzwischen berüchtigt für cringe Rekrutierungsvideos und mutmaßliche Gefälligkeitsgutachten in Richtung der Innenministerin, die inzwischen relativ offen freie Wahlen durch Ausschaltung mißliebiger Landratskandidaten torpediert. Anfang Januar 2022 machte sich die Leiterin der Abteilung Prävention, Daniela „Ela“ Schlicht in einem Facebook-Video Gedanken zu Schwurblern mit seltsamen WhatsApp-Nachrichten aus dem Freundes- und Familienkreis. Schlicht hat in Münster Islamwissenschaften studiert und war in den späten „Nullerjahren“ regelmäßig im Cuba anzutreffen. Sie dürfte auch noch genügend Kontakte in die Stadt haben, um den 2G-Vorfall mitbekommen zu haben. Trotzdem pöbelte sie in akademisch-küchenpsychiologisch verbrämter Wahrheitsgewissheit gegen Menschen, die sich auf Social Media kritisch gegen die Coronamaßnahmen äußerten und Leidtragende der 2G-Diskriminierungsorgie waren.
Woher ich das weiß?
Ich war dabei und bin einer derjenigen aus ihrem alten Münsteraner Freundeskreis, die sich mit diesem Video als „gemeint“ betrachten dürfen – ganz konkret und persönlich.
Frau Schlicht ist dabei ein perfektes Beispiel, dass neben der Prominenz noch zahlreiche weniger bekannte Personenen mit entsprechendem Münster-Bezug an Schaltstellen sitzen, an denen sie hätten Einfluss auf das weitere Geschehen nehmen können – stattdessen schwiegen sie, stellten das Denken ein und funktionierten.
Epilog: Zurück im Gasolin
Am 1. Oktober 2026 führte mich die zynische Verleihung des Westfälischen Friedenspreises an das Kriegsbündnis NATO zum überhaupt erst zweiten Mal nach der Corona-Hysterie wieder in die Stadt, in der ich fünfzehn Jahre lang gerne gelebt hatte. Nach mehreren Stunden des sprichwörtlichen Münsteraner Dauerregens (Glockengeläut vom Dom inklusive) und einer flammenden Rede von Sevim Dağdelen vom BSW machte ich dann doch schlapp und ging erstmal etwas essen. Danach besuchte ich einen meiner alten Lieblingsorte der Stadt, das Gasolin, ein in einer ehemaligen Tankstelle untergebrachtes Studentencafé und schlürfte noch einen Latte Macchiato.

Zwei Tische neben mir unterhielt sich ein Student mit einer Studentin und das war vielleicht so eine dieser Situationen, wo zwei junge Menschen langsam merken, dass sie sich gegenseitig gut finden. Ich bekam das Gespräch zwar nur halb mit, aber immer wieder fiel mal das Wort „Corona“ oder „Coronazeit“ und die beiden sprachen darüber, wie sie, vermutlich noch als Schüler, diese Zeit durchlebt hatten. Als ich etwa in ihrem Alter war, machte ich als erfolgloser Jurastudent mit meinen erfolgreicheren Kommilitonen das Münsteraner Nachtleben unsicher – auf zahllosen Fachschafts- und Wohnheimpartys, oft im Theatercafé, mal in der Luna Bar und – ich gestehe! – auch nicht nur ein Mal im Grandcafé. Die Läden existieren heute alle in der Form nicht mehr, das Cuba gab es noch nicht.
Das Killervirus vom Jahrhundertsommer
Aus persönlichen Gründen erinnere ich mich besonders gut an das Jahr 2003. Der Sommer startete damals nach einem langen, kühlen Frühjahr ab Ende Mai, Anfang Juni komplett durch und wurde das, was als Jahrhundertsommer in die Geschichte eingehen sollte. An eine Pandemie erinnere ich mich nicht. Doch noch Anfang Mai 2003 hatte beispielsweise der Spiegel mit düsterem Titelbild und ausführlichen Titelgeschichten Panik vor der ersten SARS-Epidemie verbreitet:
»Das hat ein Kaliber wie Aids«, warnt der Frankfurter Virologe Wolfgang Stille, 67, der 1982 die ersten Fälle der Immunschwäche in der Homosexuellen-Szene der Main-Metropole behandelt hatte. »Wir sind nur noch ein oder zwei Personen entfernt von einer weltweiten Epidemie«, kommentiert auch der amerikanische Gesundheitsexperte Georges Benjamin.
Jörg Blech: Der Wettlauf mit dem Lungenfieber. DER SPIEGEL Nr. 19, 2003.
Einen Monat später war das alles bereits komplett vergessen und ich beschäftigte mich auf der Außenterrasse des Theatercafé unter der Ruinenmauer des Romberger Hofs mit angenehmeren Dingen…
Der Generation, der ich über zwanzig Jahre später im Gasolin beim Jungsein zusah, wurden genau diese besten Jahre genommen – ob als feierwütige Erstsemester oder lebenshungrige Teenager spielt dabei keine Rolle. Als sie wieder jung sein durften, wurden sie dann über die 2G-Regelungen in die Erduldung eines medizinischen Eingriffs mit fragwürdigem persönlichen Nutzen gepresst. Zahlreiche junge Menschen dieser Generation bezahlten das gut dokumentiert mit Leben und Gesundheit.
Alena Buyx ist knapp zwei Jahre älter, Marina Weisband acht Jahre jünger als ich. Buyx erlebte also ihre jungen Jahre im selben Münster wie ich auch. Weisband war zwar deutlich später dran, aber die Stadt noch ähnlich lebendig und pulsierend, wie in den „Nullerjahren“ – auch wenn die Namen der Clubs sich geändert hatten. Ich könnte beiden zufällig begegnet sein – in der Ausgabeschlange in der Mensa, als längst vergessene Zufallsbegegnung irgendeiner WG-Party oder als Kundin bei einem meiner Nebenjobs. Buyx und Weisband hatten also zumindest die Chance, eine Form von Freiheit zu erleben, die sie dann mehrere Jahre später der Nachfolgegeneration nicht mehr zugestehen wollten.
Wenn diese Generation uns hasst, kann ich ihr das nicht verübeln.







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